Mein zweiter Besuch beim "House of Hope"

Aktualisiert: 5. Mai

Von Sarah Weiler:


Im März 2022 ging es für mich mit einer 32-Stunden und 2200 km Zugfahrt durch den Norden Indiens von Delhi nach Nagaland.

Angekommen in Dimapur (Nagaland) holte mich Rentta ab. Mit dem Auto ging es zu seiner Heimat Tening Town, welche hoch in den Bergen liegt. Wir fuhren mit circa 10-20 km/h für 6-7 Stunden schlecht befahrbare Straßen die Berge hoch. Zwischendurch machten wir zwei Pausen, einmal bei Verwandten und einmal bei Freunden. An beiden Orten bekamen wir natürlich den berühmten indischen Chai und viele Snacks.

Angekommen beim House of Hope wurden wir von den Kindern und reichlich Essen begrüßt. Tatsächlich isst man hier im Gegensatz zu dem Großteil Indiens viel Fleisch, wodurch sie mit mir als Vegetarierin erst einmal überfordert waren. Ich bekam die Tage über die unterschiedlichsten Reissorten, von schwarzen Reis bis zu dem traditionellen "Sticky-Rice", Gemüsearten, dich ich noch nie gesehen hatte, fermentierte Bambussprossen, Bananenblüten, traditionellen Reiswein und vieles mehr. Von Anfang an war ich direkt wieder von der Gastfreundschaft beeindruckt, welche dafür sorgte, dass es mir an nichts fehlte. Da ich an einem Sonntag ankam hatten die Kinder schulfrei und tatsächlich waren auch montags und dienstags Feiertage, wodurch ich in der leider sehr kurzen Zeit (3 Tage), die ich dort hatte, einiges mit ihnen unternehmen konnte.

Ich war fasziniert von der Disziplin, welche die Kinder haben, aber gleichzeitig eine Zufriedenheit und Glück ausstrahlen. Rentta ist es sehr wichtig, dass sie Regeln haben, ihre täglichen Aufgaben im Waisenhaus nachgehen, sowie für die Schule zu lernen. Doch noch wichtiger ist es ihm, dass sie sich gut aufgehoben und sicher fühlen, sowie sich selbst sein zu können. Jeden Abend sitzen sie alle zusammen, besprechen Dinge, reden über den Tag und beten. Direkt neben dem Waisenhaus ist eine Kirche, zu der alle gemeinsam jeden Sonntag gehen und die Kinder auch die Sonntagsgruppenstunden besuchen.

An meinem zweiten Tag in Nagaland konnte ich glücklicherweise ein traditionelles Fest besuchen, bei dem in traditioneller Kleidung getanzt und gesungen wurde. Zudem brachte jeder seinen eigen gemachten Reiswein mit, wodurch die Stimmung sehr gut war. Die Menschen freuten sich sehr mich zu sehen, denn Touristen oder Ausländer gibt es dort nicht, wodurch ich eine ziemliche Besonderheit war. Den Rest des Tages verbrachte ich mit den Kindern, welche mir Zaubertricks vorführten oder andere Spiele zeigten. Sie stellten viele Fragen über mein Leben in Deutschland, wie die Schulen dort aussehen oder was die Kinder in ihrer Freizeit machen.

Am nächsten Tag hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen. Ich wäre sehr gerne länger geblieben, um die Agun ki Familie und das Leben dort besser kennenzulernen. Mit Rentta fuhr ich noch für 3 weitere Tage seinen Sohn mit seiner Familie in Kohima, der Hauptstadt Nagalands, zu besuchen.

Es waren nur wenige Tage, jedoch hatte ich in der Zeit viele inspirierende Menschen, neue Erfahrungen aber auch Probleme kennengelernt. Nagaland ist wirklich ein Ort, welcher mir am Herzen liegt und ich bin gespannt, wann ich das nächste Mal die Möglichkeit haben werde diesen Ort zu besuchen.



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