Was und wo ist eigentlich Nagaland?

Wenn man an Indien denkt, denken die meisten direkt an bunte Gewänder, scharfes Essen, viel Lärm, den Hinduismus oder an einen Punkt auf der Stirn. Nichts von dem trifft auf Nagaland zu, welches durch seine geographische, religiöse und kulturellen Unterscheide als einzigartig gilt. Und doch gehört der Staat zu dem riesigen Indien, welches von seiner Vielfalt geprägt ist.

NAGALAND

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„Nagaland ist nicht, wie der Rest von Indien“. Diesen Satz bekommt man in Indien sehr oft zu hören und tatsächlich ist der Staat wie kein anderer. Er liegt im Nordosten Indiens, ist vom Christentum geprägt, spricht eine eigene Sprache (Welche nochmal in unzähligen Dialekten unterteilt ist) und hat seine komplett eigene Kultur. Die Landschaft ist geprägt durch grüne Berge (ca. 600-2000m) auf denen auch die meisten Dörfer und Städte gebaut sind. Kohima ist die Hauptstadt des Staates, liegt auf 1400 m Höhe und besitzt keinen Bahnhof oder Flughafen. Insgesamt leben in Nagaland circa 2,2 Millionen Menschen, welche die Nagas genannt werden. 

Die Nagas sind ein traditionsreiches, freundliches und liebevolles Volk, welches sich sehr mit der Natur verbunden fühlt. Auch heute noch werden sie in 20 Stämme unterteilt, welche ihre eigenen Kulturen leben. Durch sehr geringen Tourismus und wenig Einfluss von anderen Staaten konnten viele Traditionen der Nagas erhalten bleiben und es wird  durch Veranstaltungen, Lieder und Tänze viel dafür getan, die einzigartige Kultur zu bewahren.  

Auf Grund der bergigen Landschaft, den starken Trockenzeiten sowie Regenfälle und der geringen Unterstützung des Staates, sind die Nagas von Wassermangel, schlechter Infrastruktur und mangelnder Bildung geprägt. Vor allem in der Sommerzeit ist das Wasser sehr knapp und die Dorfbewohner müssen weite Strecken zurücklegen, um Zugang zu Wasser zu haben. In der Regenzeit dagegen sind die schlecht ausgebauten Straßen durch Schlamm und Erdrutsche kaum mehr befahrbar, wodurch, unter anderem, die gesundheitliche Versorgung sehr erschwert wird.

 

Trotz der vielen Probleme strahlen die Nagas eine Zufriedenheit und Lebensfreude aus, welche sonst selten vorzufinden ist. Der Nordosten Indiens gelangt oft in Vergessenheit, wodurch auch humanitäre und staatliche Hilfe zu kurz kommen. Die Nagas sind schon immer darauf angewiesen sich gegenseitig zu unterstützen und es sind die einzelnen Personen, wie Rentta, welche für eine bessere Lebensqualität der Allgemeinheit kämpfen.